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Kammprofilierte Dichtungen

Kammprofilierte Dichtungen haben sich bei allen industriellen Dichtaufgaben bestens bewährt. Man findet unsere Kammprofilierten Dichtungen sowohl in konventionellen Kraftwerken als auch im Primärkreislauf von Kernkraftwerken. Im Kernkraftwerksbereich z. B. als Wärmeaustauscher-Dichtung, als Armaturendeckel-Dichtung oder als Mannlochdeckel-Dichtung am Dampferzeuger bzw. am Druckhalter. Auch in der chemischen oder petrochemischen Industrie haben sich die kammprofilierten Dichtungen ausgezeichnet bewährt. Insbesondere dort, wo hohe Drücke und Temperaturen und damit hohe Schraubenkräfte zu beherrschen sind.

Um Beschädigungen der Flansche durch die scharfen Kämme zu vermeiden, werden in der Praxis kammprofilierte Dichtungen mit Auflagen aus PTFE und Graphit eingesetzt.

Der Schutz der Flansche ist absolut, da die Profilgeometrie speziell auf die Dicke der Auflage von 0,5 mm abgestimmt ist. Die eigentliche Aufgabe der relativ weichen Auflagen ist aber nicht der Schutz der Flansche, sondern die Abdichtung bei kleinen Mindestflächenpressungen. In den mit Auflagen-Werkstoff gefüllten Tälern des kammprofilierten Trägers wird ein dreiachsiger Spannungszustand erzeugt. Die Belastbarkeit geht bis zur Festigkeitsgrenze des Dichtungs- bzw. Flanschwerkstoffes. Die Standfestigkeit dieser Kombination ist dadurch wesentlich höher als bei einer reinen PTFE oder Graphit-Dichtung.

Ring-Joints

Ring-Joint-Dichtungen werden aus einem metallischen Werkstoff gefertigt. Die Anforderungen an die Formgenauigkeit und die Oberflächengüte sind daher hoch. Dies betrifft die Dichtung und die Dichtpartie des Flansches.

Man unterscheidet zwischen zwei Arten von Ring-Joint-Dichtungen.

  1. Die ovale Ring-Joint-Dichtung bei der die Dichtflächen Kugelflächen gegen Kegelmantelflächen sind.
  2. Die oktagonale Ring-Joint-Dichtung bei der die Dichtflächen zwei Kegelmantelflächen sind.

Ring-Joint-Dichtungen nach API- und ANSI-Normen werden hauptsächlich in der Petrochemischen Industrie und in Raffinerien als zuverlässige Dichtung für Produktionsleitungen eingesetzt.

Membran-Schweißdichtung

Membran-Schweißdichtung nach DIN 2695

Überall dort wo es darauf ankommt, einerseits wegen der Gefährlichkeit des Mediums oder der Gefahr einer Betriebsunterbrechung eine absolute Dichtverbindung herzustellen, andererseits aber eine bedingte Lösbarkeit der Verbindung erhalten bleiben muß, empfehlen wir den Einsatz von Schweißdichtungen.

Bei der Flansch- und Schraubenberechnung ist durch entsprechende Zuschläge dafür zu sorgen, daß beide Schweißhälften immer Spaltfrei aufeinanderliegen. Membran-Dichtringe nach DIN 2695 sind je 4 mm dick und kommen in der Regel nur paarweise zum Einsatz. Sie werden in der Regel aus dem gleichen oder einen naheverwandten Werkstoff wie Rohr oder Flansch gefertigt. Diese Dichtungen werden zuerst innen angeschweißt und später außen verschweißt. Die Schweißungen sind als Dichtschweißungen auszuführen.

Schweißring-Dichtungen

Schweißring-Dichtungen für Flanschverbindungen Nenndruck 10 bis 400

Schweißring-Dichtungen sind 2x15=30 mm dick und geben somit genügend Raum, um die Dichtschweißung auch ohne Spezialflansche durchführen zu können. Da alle Schweißnähte außen liegen, können Undichtigkeiten leicht nachgeschweißt werden. Es ergeben sich größere Schraubenlängen mit günstigeren Federungseigenschaften. Ein weiterer Vorteil ist dadurch gegeben, daß auf Grund der größeren Dicke ein Kammprofil angedreht oder eine Nut zur Aufnahme einer zusätzlichen Dichtung oder eine ballige Fläche als Schmiegungsdichtung vorgesehen werden kann.

Linsen-Dichtungen nach DIN 2696

Linsen-Dichtungen sind bewährte Hochdruckdichtungen. Sie sind mehrmals wiederverwendbar, da im wesentlichen die Dichtwirkung durch elastische Deformation der Oberflächen erzielt wird.

Linsen-Dichtungen sind gegen Überbelastung unempfindlich. Mit zunehmender Belastung vergrößert sich die Kontaktfläche zwischen der kugeligen Linsenoberfläche und der kegeligen Flanscheindrehung, so daß die Flächenpressung nur unterproportional ansteigt.

Nachteilig bei diesen genormten Dichtlinsen ist zum einen, daß bei hohen Drücken und Temperaturen die Dichtlinse im Umfang gestaucht werden kann und somit die Vorspannung der Verbindung nachläßt. Zum anderen kann - besonders bei größeren Nennweiten - der Flansch im Bereich des Dichtleistendurchmessers d5 schon bei kleiner Verdrehung aufsitzen und im Dichtdurchmesser abheben.

Einlegeringe nach DIN 2512

Einlegeringe nach DIN 2512 für Flanschverbindungen Nut - Nut Nenndruck 10 - 160

Gewellte Dichtungen

Gewellte Dichtungen sind universell einsetzbare Dichtlelemente.
Die Dichtungen können ganz oder nur teilweise belegt sein. Bei biegeschwachen Flanschen haben sich gewellte Dichtungen mit Drehmomentstütze ausgezeichnet bewährt.

Selbst bei unbearbeiteten Flanschen konnte durch entsprechend anpassungsfähige Weichstoffauflagen zufriedenstellende Dichtigkeit erzielt werden.

Nachfolgend wird zwischen drei Hauptvarianten unterschieden:

  1. Ganzmetallische gewellte Dichtungen ohne Auflage.
    Sind gewellte Metallringe mit Wellenteilungen von 3 mm, 4 mm, 5 mm oder 6 mm. Die Wellenteilung und Dichtungshöhe ist abhängig vom Durchmesser und der Breite der Dichtung. Bei kleinen Durchmessern und schmalen Breiten liegen kleinere Wellenteilungen vor als bei großen Durchmessern und großen Dichtungsbreiten. Die Dichtungshöhe beträgt ca. 1,5 mm bis zu einem Außendurchmesser von 150 mm und ca. 1,2 mm bei größeren Durchmessern.

    Gewellte Dichtungen ohne Auflagen erfordern hohe Oberflächengüte und Ebenheit der Flansche, da es sich um eine rein metallische Dichtverbindung handelt.

  2. Gewellte Dichtungen mit flächenförmigen Weichstoffauflagen aus Folien oder Platten.
    Bestehen aus einem Trägerring mit beidseitiger Auflage aus PTFE für den Einsatzbereich bis ca. 260°C oder Graphit bis ca. 550°C bei Luftsauerstoffzutritt. Beim Einbau drückt sich die weichplastische Auflage in die Wellentäler. Dadurch ergibt sich ein außerordentlich hochelastisches Dichtelement mit niedriger Leckrate.

    Aufgrund der guten dichtungstechnischen Eigenschaften hat sich dieser Dichtungstyp sehr gut als Substitut für die asbesthaltigen It-Dichtungen bzw. gewellten Dichtungen mit Asbestschnurauflagen bewährt, die wegen der Verwendungsbeschränkung von Asbest nicht mehr eingesetzt werden sollen.

  3. Gewellte Dichtungen mit Schnurauflagen
    Bei diesen Dichtungen sind die Schnüre in den Wellentälern des Tragringes mittels Klebung befestigt. Je nach Einsatzzweck stehen unterschiedliche Auflagenwerkstoffe zur Verfügung. Bewährt haben sich die Rundgummifäden für den Temperaturbereich bis ca. 80°C und PTFE-Schnüre aus ungesintertem PTFE bis ca. 260°C. Mineralfasergarne können bis zu Temperaturen von über 500°C eingesetzt werden. Bei Schnurauflagen aus Gummi oder PTFE lassen sich höchste Anforderungen an die Dichtheit verwirklichen. Bei Mineralfasergarnen muß mit einer unzureichenden Abdichtung gerechnet werden. Mineralfasergarne mit oder ohne Imprägnierung verhalten sich als Dichtauflage wesentlich schlechter als die bislang im Einsatz befindlichen Asbestgarne, da die Mineralfasern aus wesentlich groberen Einzelfasern bestehen.

Spiral Dichtungen

Spiraldichtungen bestehen aus einem V-förmig vorprofilierten metallischen Wickelband mit zusätzlichen Weichstoffwicklungen, die eine Anpassung der Dichtung an die Dichtfläche be-Wirken und für hohe Kompressibilität bzw. Rückfederung sorgen, wobei der V-förmig ange-ordnete metallische Korpus den Effekt der Rückfederung positiv unterstützt.

  Typen

PTFE-umhüllte Dichtungen

PTFE-umhüllte Dichtungen Nenndruck 9 bis 40 nach DIN 2690

PTFE eignet sich hervorragend als Konstruktionswerkstoff durch seine universelle Chemikalienbeständigkeit. Die Temperaturbeständigkeit reicht von -190°C bis +250°C, kurzzeitig auch bis +300°C. Als weitere spezifische PTFE-Eigenschaft muß das äußerst antadhäsive Verhalten genannt werden. Dieser Antiklebeeffekt bewirkt, daß kein Stoff an der Oberfläche von PTFE anklebt. PTFE nimmt fast kein Wasser auf und ist physiologisch unbedenklich.

Vielfach werden verschiedene Einlagenwerkstoffe, wie Weichstoffe (Aramid/Kautschuk), gewelltes Stahlblech, Kautschuk und ähnliches, mit einer PTFE-Hülle ummantelt. Dabei ist wichtig, daß nur hochwertiges porenfreies PTFE verwendet wird, um die Einlage gegen chemischen Angriff zu schützen. Die PTFE-Hüllen sind je nach Bedarf am Außen- oder Innendurchmesser offen.